Ein Text zur Arbeit:

the silent language. eine geometrie der dauer.

licht ]
was es ist und wo: das hinter dem in eine dritte dimension (dauer) deformierten zeit-körper von überschatteter textur oder das um ihn, sanft flirrendes gebälk aus licht und finster, vielleicht die leinwand, der bildschirm vor mir – das leuchtende, dunkelnde rechteck, oder alles um mich, in das sich jenes rechteck einfügt, 10’03’’ lang, um dann vielleicht endgültig zu schweigen (the silent language) oder doch nachzuhallen als pulsierendes nachbild, jetzt dunkel auf hell.

framed ]
das, was war (fünfundzwanzig mal in der sekunde) wird zu dem, was bleibt, wenn auch nur einen augenblick, bevor es sich wieder verändert. der produktionsprozess überformt das bild, das wir uns machen: freigestellt, geschnitten, interpoliert, überschrieben, überformt, verkörpert, verworfen und wieder entdeckt, und transformiert das begehren (sehen/zerstückeln/einverleiben) zu skulpturen der dauer. ein körper in bewegung erinnert sich an die verflossene zeit in eigenwesen. keine angst, nichts bleibt, nur einzelbilder der stille.

oder doch ] erzähl doch von der sehnsucht, eine spur zu hinterlassen:
der leib in seinen so und so vielen abbildern wird selbst zur spur, die er hinterlässt. er schreibt sich ein in einen raum, der bestimmt ist durch sein verhältnis zu den objekten, die die zeit verhüllen. wie es wäre, wenn alles, das (ver)geht, in allen momenten auch zurückbliebe – als überhang der zeit im raum. und plötzlich, unbemerkt, muss man sich nicht mehr beeilen, wenn man etwas sehen will. ich kann die augen schließen (wir sind müde geworden), die augen öffnen und noch immer alles sehen, fremd und unerkannt, denn es ist später geworden.

camouflage ] alle glauben machen, für uns ist keine zeit vergangen, und nichts ist uns passiert. wir sind ganz geblieben, völlig unbeschädigt, unsere körper unberührt. unbehelligt soll sie uns lassen, die zeit, damit wir die anderen/uns, durch millionen von begegnungen aus den fugen geratenen, glauben machen können: nichts hat sich verändert; wir sind keine zeichen.  

monstren ] die bewegten körper wachsen sich aus – alles wächst sich aus mit der zeit – zu wesen, in denen zwei welten zusammenfallen, zwei ordnungen (bildinhalt / filmsprache). die verfremdung bleibt, obwohl straff von algorithmen kontrolliert, eine unbestimmte. nur leicht schimmert die reale form hindurch wie die erinnerung an einen gedehnten augenblick, an eine kleine bewegung, die minimale veränderung einer position, relativ zu einem raum, der nur etwas ist relativ zu den anderen körperhüllen. und aus dem flirren entsteht unachtsam der sanft gebogene nacken einer frau, unverkennbar von dieser welt. ein arm, die andeutung eines gesichts. vielleicht. denn die objekte entziehen sich. was länger, was uns bleibt, leise atmend, ein & aus, sind sanfte, unberechenbare monstren wie wir. in einem akkord aus licht – gleißend grell – geht alles auf. der ton reißt ab. längst sind wir enttarnt.

von: yvonne giedenbacher


Georg Eckmayr, geboren: 18.01.1976 Linz

Institutionen:
1986 - 1994  Besuch und Abschluss am BRG Dr. Schauerstrasse, Wels
1995 - 1996 Studium der Architektur an der technischen Universität Innsbruck
1996 - 2005 Studium und Abschluss an der Universität für angewandte Kunst Wien,  
                   Visuelle Mediengestaltung, Mkl. Prof. Weibel,  

Festivals:
Welser-Sprechtage 1996  - „A tonale-lyrik“ - Instrumental-Lesung  
Welser-Kurzfilmfestival 1997  - "kalkwerken" - Kurzfilm
Diagonale 99 - „Midnight“*, „Downtown“ - beide im Musikvideoprogramm
Diagonale 00 - „timebased_bodies“ - Austrian Abstracts
Wroclaw01 (PL) - „timebased_bodies“ - Media Art Biennale
Pau (F) 2001 - „timebased_bodies“ - ACCES(s) Electronic Culture

Öffentlicher Raum:
Ceska-Priesner Architektur, Fest-Kunst im Büro, "remix w.kathan"  - Videoinstallation, 1999 *
Cafe-Stein, „Be Yourself“  - Videoinstallation & Print Graphic, 2000 **
Wintergarten, "AUSTRIAN COMFORT"  - Raumbesetzung, 2001 **
MQ Wien, Kulturkontakte,  "A Conference and Six Exhibitions" - Filmpräsentation, 2003 ***
MQ Wien, ImpulsTanz Lounge, "Dom & And" Studien zum Thema Zeit/Sinn - Videoinstallation, 2004
MQ Wien, Ausstellung Digitale Kunst, "EINE GEOMETRIE DER DAUER" - Video, 2005

Life-Visual-Support für:
Lichtenberg (in A, D, CSK, H, ...) 1998- 2001
Nanola* 2000

* in Zusammenarbeit mit H. Kreimel als EINARWORKS
** in Zusammenarbeit mit H. Kreimel als EINARWORKS & Bernd Preiml
*** in Zusammenarbeit mit Ana Berlin