GABRIELE GRUBER-GISLER
eine temporäre Rauminstallation mit 5 Kühltruhen
KÜHLKETTE
JUNG SCHÖN ECHT REIN und das EWIG


In 5 Kühltruhen, die oben einsichtig sind (Schiebeglas) befindet sich jeweils ein Wort aus Eisbuchstaben (gefrorenes, eingefärbtes Wasser).
Der inhaltliche Aspekt dieser Arbeit sind Überlegungen zum augenfälligen Bedürfnis des Menschen seinen Körper zu konservieren und unversehrt erhalten zu wollen.
Dementsprechend lauten die Worte: JUNG SCHÖN ECHT REIN - und das EWIG





Die niemals unterbrochene "Kühlkette" garantiert in der Lebensmittelindustrie die abrufbare Dauerfrische eines Produktes.
Diese umfassenden Kontrollmechanismen am Menschen und an seinen Lebensmitteln vermitteln ein Gefühl der Sicherheit.
Es ist ein Uralt-Traum des Menschen, sein Individuum, in welcher Form auch immer, über den Tod hinaus aufrecht zu erhalten.
In der "Kühlkettengesellschaft" wird die Konservierung perfektioniert, Begriffe wie Sauberkeit und Frische bis zur Perversion bemüht (Kontrolltrupps am Gemüseregal und im WC) und das Ablaufdatum wird zum dehnbaren Begriff.
Altern und Verderben ist in diesem Kontext eindeutig negativ besetzt und wird ausgeblendet oder an den Rand der Gesellschaft gedrängt.





2.
Die Kunstinstallation "Kühlkette" befasst sich kritisch mit dem Bestreben des zeitgenössischen Menschen alles unter Kontrolle zu haben, vor allem seinen Körper.
In unsrer hochtechnisierten Zeit ist dies auch vermehrt möglich und die Allmachtsfantasien über das Leben eskalieren zusehends zu einem pathologischen Zwang.
Fröhlich und bunt überschwemmen uns die Bilder aus den Medien, die uns diese lifestyle Vorgaben vermitteln.
Fröhlich und bunt leuchten auch die Wörter aus gefrorenem Wasser aus den fünf Kühltruhen:
JUNG SCHÖN ECHT REIN - und das EWIG
- zumindest solange das Aggregat läuft und niemand den Stecker aus dem Netz zieht.


Gabriele Gruber-Gisler

geboren am 12.01.1960 in Wels, aufgewachsen in Ried im Traunkreis
„ ... wollte immer Künstlerin sein“

1993 „60 Steinzeugschalen und Flusssand“, Rahmenprogramm der Tiroler Landesausstellung, Kufstein
1995 „Heimat...ein Bauch“, Festival der Regionen Projekt Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit
1997 „Im Doppelglück von Kunst und Leben“, Festival der Regionen Projekt, Postkartenedition
2000 „Kühlkette“ im Stifterhaus
2001 „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“
2001 „Abgeknallt“, Salzburger Keramikpreis und Hipp Halle, Gmunden
2001 „Aufzeichnungen eines Körpers, Informell I,II,III,...“ special prize an der World Ceramic Expo in Südkorea
2001/2003 Kuratorin für Kunst a. Bau Projekte
2005 „3 Kachelöfen in einem Altenheim“, Diplomarbeit mit Auszeichnung
Mehrere Ausstellungen im In- und im Ausland

Ich habe 2 Kinder und lebe im Sommer mit meiner Familie in der Schweiz, als Sennin auf einer Alp.