CSABA NEMES

REMAKE
ANIMATIONSFILME

Drei sehr aktuelle Videos zu den Unruhen auf den
Budapester Strassen vergangenen Herbst, toll, dreiteilig. Nemes arbeitet
an der zehnteiligen Serie, die dann im Herbst im Budapester Kiscelli
Museum gezeigt wird sowie dann 2007 in New York und Moskau.
Die drei Filme sind kurz, prägnant und sehr beziehungsreich und aktuell.

ERÖFFNUNG
MONTAG, 03. 09. 07, 19.00 UHR

In Zusammenarbeit mit der Galerie Knoll, Wien & Budapest

AUSSTELLUNGSDAUER
02.09 – 04.10.2007

MO & MI 19 – 20 UHR
UND NACH VEREINBARUNG

imPAVILLON zeigt von 3.9.2007 – 4.10.2007 Animationsfilme aus Remake, dem neuen Werk von Csaba Nemes, in dem er sich mit den Ausschreitungen in Budapest im Herbst 2006 kritisch auseinandersetzt. Diese gewaltsamen Proteste, die aufgrund der Koinzidenz des 50-jährigen Jubiläums der Ungarischen Revolution von 1956 und den kontroversen
Aussagen des Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany stattfanden, bezeichnet Nemes als „Remake“: „Die Demonstranten behaupteten, Geschichte zu machen. Sie bemerkten nicht, dass alles, was passiert ist, nur ein peinliches Remake der Ereignisse von 1956 war.“

„Um die Wahrheit zu sagen, war ich ziemlich fassungslos über die Ausschreitungen in Ungarn im Herbst 2006. Nicht, weil ich nicht ausschließen könnte, dass in der geschichtlichen Evolution eines Staates unvorhersehbare dramatische, tragikomische oder sogar bizarre Ereignisse stattfinden können. Eher weil ich der Tatsache ins Augen blicken musste, dass wir, die Einwohner dieses Landes, eine politische, philosophische Bürde voller ungelöster Widersprüche mit uns herumschleppen. Wir haben genug davon gehabt, dass sich die Politik in unseren privaten Bereich einmischt – aber die Ereignisse sagen uns, dass wir zu unpolitisch sind. Wir drehen unsere Köpfe zu oft weg... Wir stellen keine Fragen... kämpfen nicht für unsere Rechte... Dennoch haben wir eine Meinung – privat oder in den Gaststätten. Und trotzdem leben wir unsere Leben, als ob es uns nichts anginge, was in unserem Umfeld passiert. Jetzt können wir das Ergebnis davon sehen. Wir sollten uns nicht des selben Fehlers schuldig machen, wir sollten den Tatsachen ins Auge blicken, denn diese zeigen uns, wer oder was wir sind.“ (Csaba Nemes 2007)

Das Medium Animation wählte Csaba Nemes zum Einen, weil der Ausgangspunkt des Projektes ein Film ist, den er in den Medien gesehen hat, ein privates Video und eigene visuelle Erfahrungen. Die unterschiedlichen Techniken und Stile der einzelnen Animationsfilme ergeben sich aus der Zusammenarbeit mit anderen Animationskünstlern.

„Ich wählte die Animation als Medium, weil sie nicht im Mindesten dokumentarisch ist – der grausame Naturalismus von technischen Bildern ist ihr unbekannt. Dieses Medium kann ein Mittel zur Verfremdung der Fakten werden, um sie künstlerisch zu analysieren, weil es die Ereignisse von einem anderen Blickwinkel aus konzentrieren und interpretieren kann. Mit Hilfe der Animation plane ich die ironische Neuauflage der politischen Farce vom vergangenen Herbst.“ (Csaba Nemes 2007)

Diese Filme wurden in der Galerie Knoll in Wien und Budapest gezeigt, wo sie auf großes Interesse und starken Zulauf stießen, da Nemes’ Filme von der Teilnahme an der Biennale in Venedig ausgeschlossen wurden und hohes kontroverses Potential haben.

Die gezeigten Filme:
Túró Rudi - Combino song - The tank gets away...



Csaba Nemes
Geboren: 1966, Kisvárda - Ungarn
Lebt und arbeitet in Budapest

1985-1989 Akademie der Bildende Künste in Budapest
1989-1990 Postgraduierte Studien an der Akademie der Bildende Künste in Budapest



Ausgewählte Einzelausstellungen (*Katalog)
2007
Remake, Knoll Galéria Budapest und Knoll Galerie Wien
2006
Knoll Galerie, Wien
Tag in Afrika, Menü Pont Galéria, Kunsthalle, Budapest
2004-2005
Picture-Blog, Knoll Galéria, Budapest (zusammen mit Zsolt Keserue) 2004
His environment, Knoll Galerie, Wien
2002
Between me and myself, Knoll Galéria, Budapest
Deák Erika Galéria, Budapest
1998
Common Cover, Raum für Kunst (Public Appearances - Steirischer Herbst), Graz, Österreich
Vertragsbruch, Liget Galéria, Budapest
1997
Folyamatos Múlt (Kontinuierliche Vergangenheit), ICA-Dunaújváros*
1994
Milieu et L’EGO, Institut Français, Budapest
(zusammen mit Balázs Beöthy und Roland Pereszlényi)
1993
A pénz diszkrét pálya (Der diskrete Lauf des Geldes), Bartók 32 Galéria, Budapest (mit Zsolt
Veress)
1992
Filmcímek (Filmtitel), Posterprojekt, ca. 25 Riesenplakate in Budapest
1990
Part, Institut Français, Budapest (mit Zsolt Veress)

Ausgewählte Sammelausstellungen
2006
Iránypontok (Direktionspünkte - Ausgewählte Werke von Schülern von Kokas Ignác),
Kunsthalle, Budapest
Jegyzet és vázlat (Notiz und Skizze), Stúdió Galéria, Budapest
2005-2006
Positioning – In the New Reality of Europe: Art from Poland, the Czech Republic, Slovakia and
Hungary, Museum of Contemporary Art, Tokyo, The National Museum of Art, Osaka,
Hiroshima City Museum of Contemporary Art
2004
Unsere neuen Nachbarn, Niederösterreich, Gesellschaft für Kunst und Kultur
Unframed Landscapes, mile end ecology pavilion, London
Unframed Landscapes, Galerija Prosirenih Medija, Zagreb, Kroatien
Tájkép keret nélkül (Unframed Landscapes), ICA-Dunaújváros*
A másik története (Die Geschichte des Anderen), Budapest errances,
Le Carosse, Paris
Extra-Temporal - Új lapot nyitunk (Wir schlagen ein neues Blatt auf), Kogart, Budapest*
2003
Extra-Temporal, Cruising Danubio, Comonidad de Madrid, Spanien*
Promenade - Arc en Ciel, Liévin, Frankreich
Passage - MAC Sallaumines, Frankreich
Extra-Temporal – Biennale Prag*
2002
Innen nézve (Von hier aus betrachtet), Ludwig Múzeum, Budapest Budapest Box,
Ludwig Múzeum Budapest
Das ist Kunst, Friedrichshof, Österreich*
Házak között (Zwischen Häusern), Deák Erika Galéria, Budapest
Common name - Oh, it’s a curator, Rotor, Graz, Österreich
Die Geschichte eines Tages - Transsexual Express, Kunsthalle, Budapest
2001
Extra-Temporal – Casino 2001 – storyboard, S.M.A.K.
Gent, Belgien*
The House of Light - At Home Gallery, Somorja, Slovakei
Le main dans le nuages - Histories Hongroises, Musee d’art moderne de Lille Metropole,
Villeneuve d’Ascq, Frankreich*
Tu connais? – Glassbox, Paris
Közös sebesség - Rövid történetek, (Gemeinsame Geschwindigkeit – Kurzgeschichten)
Budapest Galéria, Budapest*
2000
Média-Modell, Kunsthalle, Budapest
Art Narrative, Knoll Galerie, Wien
Art Narrative, Knoll Galéria, Budapest
Endless, Deák Erika Galéria, Budapest
The House of Light - Ludwig Project Room, Budapest
Retrospective storyboards - It's amusing to see what money does, ICA-Dunaújváros
Sonntag – Psychedelic, SKUC Galerie, Ljubljana
Carrier – Áthallások (Durchklingen), Kunsthalle, Budapest
Carpe diem – Millenium rizikó (Carpe diem – Millenium Risiko),
Trafó, Budapest
1999
The Passion and the Wave, Dolmabahce Palace, 6th Istanbul Biennale, Istanbul, Türkei*
Kunst der neunziger Jahre in Ungarn, Akademie der Künste, Berlin*
Portrait of the Artist as a Young Man, Emilia Filly Gallery, Usty nad Labem, Tschechei*
Common name - Young and Serious (Der gemeinsame Name – jung und ernst), Storyboard,
Ernst Múzeum, Budapest*
Sonntag – Zeit-Spiel, IFA Galerie, Berlin*
Die Geschichte eines Tages – Tell me more..., Pavel–Haus, Laafeld, Österreich
1998
Antológia (Anthologie), Ludwig Múzeum, Budapest*
Observatorium, Warschau, Polen*
Sonntag - Goethe Institute, Budapest
1997
Ostranenie, Dessau, Deutschland (EMARE-Programm)
Chimera, Aktuelle Photokunst aus Mitteleuropa, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle,
Deutschland*
Millecentenárium, Bartók 32 Galéria, Budapest
To see the possibility – The Roundabout, Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, Schweiz
1996
On Line On Site, CBK-Rotterdam, Holland
Közös sebesség (Gemeinsame Geschwindigkeit) – Sent–I–Mental Blue, Budapest Galéria,
Budapest
Common name - Sao Paulo Biennale, Sao Paulo, Brasilien (unter dem Namen von Zsolt
Veress)*
1995
Kulturabkommen, PBK, Hamburg*
The Image of Europe, Posterprojekt, Zypern*
1994
Übergänge, Passau, Österreich*
1993
Polifónia (Polyphonie), SCCA-Ausstellung, Budapest*
1992
Vier, Horn, Österreich*
Knoll Galéria, Budapest
1991
SVB VOCE, Zeitgenössische Ungarische Videoinstallation, Kunsthalle, Budapest*
1990
Kunst, Europa 1991, Bremen*
Common Name Production: Storyboards (mit Ágnes Szépfalvi)


Ausgenwähle Bibliographie
• Ines Gebetsroither, “Patterns of memory” EIKON 2004/46
• Augustín Pérez Rubio, Cruising Danubio, kat., 2004
• Maja and Reuben Fowkes: Tájkép keret nélkül/ Unframed landscapes,
kat., 2004
• Spengler Katalin, „Amikor érzed a gravitációt”, Müértö 2002 März
• Tér és Rend, 2000 Dezember
• Kovács, Ágnes Veronika, „Rájöttem, hogy lehet ezt könnyedebben is csinálni”, Balkon 2000/10
• Vályi, Gábor, „Be a múzeumba!”, ÉS, 2000. Juni 23.
• Anders Kreuger, "6th Istanbul Bienal", Artelier, 1999
• Die horen-Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, 1999,
• János Szoboszlai, ”Die zweite Öffentlichkeit”- Kunst in Ungarn im 20. Jahrhundert, 1999
• Susan Snodgrass, “Csaba Nemes”, Istanbul Bienal Catalogue, 1999
• Beatrix Ruf, ”Agnes Szepfalvi und Zsolt Veress”, ART AT RINGIER 1995/1998 kat.
• János Szoboszlai, „Súlytalanság”, Balkon, 1998/10
• Susan Snodgrass, “Report from Budapest /In a Free State”, Art in America, 1998/10
• János Szoboszlai, „Folyamatos múlt”, ICA-D kat., 1997
• Tibor Várnagy, ”Punkt, Loch, Platz, Raum”, Chimera Catalogue 1997
• Suzanne Mészöly, “Zsolt Veress”, 23. Bienal Internacional Sao Paulo Catalogue, 1996
• János Szoboszlai, “Csaba Nemes”, The Image of Europe KYPRIA 1995
• András Zwickl, ”Okkupation des Sehens - Csaba Nemes und der öffentliche Raum”, Neue Bildende
Kunst 1995/6
• László Beke, ”Kunst, Europa”, Kunstverein Bremen, kat. 1991


Preise, Artist-in-Residence Programm
2003 Residence KulturKontakt, Wien
2002 Residence Arc en Ciel, Liévin, Frankreich
2001 Eötvös Stipendium,Residence Glassbox, Paris
1998 In and Out of Touch, London
1997 EMARE Programm Werkleitz Gesellschaft, Tornitz, Deutschland
1996 Hungarian Academy, Rom
1994 Residence Land Salzburg
1991 26. Internationale Malerwochen in der Steiermark, Graz


Werke in Sammlungen – Auswahl
• Ludwig Múzeum - Kortárs Müvészeti Múzeum, Budapest
• Neue Galerie, Graz
• ICA-Dunaújváros Ungarn
• Michael Ringier, Schweiz
• Ungarische Nationalgalerie, Budapest
• István Király Múzeum, Székesfehérvár, Ungarn
• MAC Sallaumines, Frankreich