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BEITRÄGE ZUR ZEITKUNST
1998/99

CHRISTOPH HERNDLER
"VOM STEIN, DAS METALL"
EINE ELEKTROAKUSTISCHE MUSIK, INSTALLIERT IM PAVILLON
ERÖFFNUNG DES KLANGRAUMES

MI 4.11.1998, 19.30 UHR
5. NOVEMBER — 21.NOVEMBER 1998

   
 
   
  AUS DEM PROGRAMM

Das verwendete Klangmaterial ist nicht bis zur Unkenntlichkeit verfremdet.
Die technischen Hilfsmittel zur Klangerzeugung sind sekundär.
Die ablaufende Form ist durchschaubar -
der ablaufende Klang in jeder Einzelheit durchhörbar und verständlich.
Der Hörende bleibt mit dem was ist alleingelassen -
er kann sich mit der Musik unterhalten, die Musik unterhält ihn nicht.

Hat man Freude, daß etwas anders ist?
Hat man Freude, daß etwas gleich ist?
Hat man Freude, daß sich etwas verändert?
Hat man Freude, daß sich etwas ähnelt?
Hat man Freude, daß es sich nicht von selbst versteht?

Es bleibt nichts anderes übrig, außer zu kommen -
gehen tun wir alle wieder.

Musik läßt sich nur hören.

Der Pavilion wirkt als akustischer wie geschichtlicher Raum
auf die Bedeutung der Musik, so wie die Musik ihrerseits
auf die Bedeutung des Pavillons Einfluß nimmt -
demnach ist es nicht gleich wo die Musik abläuft,
aber dennoch gleich gültig.

Räume und Zeiten die aufeinanderprallen:

Das kupferne Rohr auf den steinernen Boden.
Die schwingende Luft auf die Membran des Mikrophons.
Das Analoge auf das Digitale und umgekehrt.
Die Membran der Lautsprecher auf barockes Gemäuer.
Das Gehör auf die Gegenwart.

Läßt man das Rohr klingen, verweist es auf den eigenen Raum.
Dämpft man es ab, verweist es auf die Umgebung.
Streift man es den Boden entlangt, verweist es auf beide. (CH)