Ziva Kronzons (Isreal / USA) rot eingefärbte und auf den Boden gelegte Hemden bilden einen undurchdringbaren Teppich: Der jeweils rechte Ärmel ist senkrecht hoch in die Luft aufgerichtet - Hitlergruß und Hilfeschrei in einem, zugleich ein sich Aufrichten und Ausrichten an der Hoffnung, am Weiterkommen. Die Orientierung am Phänomen der Masse ist zentraler Aspekt dieser Rauminstallation, die sehr gezielt emotionale Irritationen hervorruft. Die Gewalt der Masse ist Opfer und Täter zugleich. Sie besetzt den Raum - auch den Raum der Erinnerung -, ohne diesen Raum im Sinne individueller Wegmöglichkeiten zu strukturieren. Sie bestimmt ein Kollektivereignis, das dem Betrachter entgegentritt und ihn mit der Frage nach seiner Identität wie auch der Identität seiner Erinnerung konfrontiert.
(P. Assmann)

Ziva Kronzon: Ich arbeite bereits einige Jahre zum Thema "Terra Interdicta". Dieses Thema ist ein integraler Bestandteil meiner Arbeit, die von Feindseligkeit, Aggressivität und Streitlust handelt. In künstlerischer Hinsicht steht "Terra Interdicta II" in Zusammenhang mit der Verwendung von bearbeitetem "armen" Material, sowie der Synthese zwischen billigen Gegenständen der Massenherstellung und Details, die mit der Hand verarbeitet werden. Vorherrschend ist dabei auch das Serienformat, eine Vereinigung von Symbolen, womit ich die expressive Seite meiner Arbeit hervorhebe.
"Terra Interdicta II" ist ein minimalistisches Werk, das aus einem einzelnen, symbolischen, sich seriell wiederholendem Element besteht: ein bebrauchtes, rot gefärbtes Männerhemd... Die Hemden bilden eine ausgebreitete Decke, die den gesamten Ausstellungsraum bedeckt, wobei jeweils ein Ärmel senkrecht zur Fläche aufgestellt wird und nach oben zeigt.
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In dieser Arbeit finden sich verschiedene Ebenen: Zum einen besteht ein unmittelbarer Hinweis auf lokale sowie internationale Territorialansprüche. Infolge dieser Ansprüche werden ausgedehnte Gebiete vermint. Die Minen verursachen laufend menschliches Leid, Schaden und Angst. Eine weitere Ebene handelt von dem mythischen, ritualistischen Bund zwischen Mensch und Territorium. Schließlich ist das Werk eine Metapher für verbotene Sehnsucht, ein Thema, das in der modernen Philosophie von Derrida und Kafka zum Ausdruck gebracht wird, wie auch im begriff "Non Passer", der eine Sackgasse beschreibt: ein Bestandteil der Frustration und Ohnmacht des modernen Menschen.

Ziva Kronzon, geboren in Israel, studierte an der Bezalel Kunstakademie in Jerusalem und arbeitete als Designer und Illustrator, 1972 Übersiedlung nach New York und Studium der Druckgraphik an der Art Student League, seither freischaffende künstlerische Arbeit als Bildhauerin und DruckgraphikerinAls erste Ausstellung im Pavillon zeigen wir ab 4. 5. 00 eine Rauminstallation von Ziva Kronzon, einer israelischen Künstlerin, wohnhaft in NY.
Es handelt sich um eine Unzahl (ça 200) rot eingefärbter Hemden, wobei jeweils der rechte Ärmel senkrecht in die Höhe ragt. Diese Hemden werden den Boden des Pavillons ausfüllen, sodaß die Installation nur durch die Fenster von außen besichtigt werden kann. Eine expressive und sehr beeindruckende Installation.
Ziva Kronzons (Isreal / USA) rot eingefärbte und auf den Boden gelegte Hemden bilden einen undurchdringbaren Teppich: Der jeweils rechte Ärmel ist senkrecht hoch in die Luft aufgerichtet - Hitlergruß und Hilfeschrei in einem, zugleich ein sich Aufrichten und Ausrichten an der Hoffnung, am Weiterkommen. Die Orientierung am Phänomen der Masse ist zentraler Aspekt dieser Rauminstallation, die sehr gezielt emotionale Irritationen hervorruft. Die Gewalt der Masse ist Opfer und Täter zugleich. Sie besetzt den Raum - auch den Raum der Erinnerung -, ohne diesen Raum im Sinne individueller Wegmöglichkeiten zu strukturieren. Sie bestimmt ein Kollektivereignis, das dem Betrachter entgegentritt und ihn mit der Frage nach seiner Identität wie auch der Identität seiner Erinnerung konfrontiert.
(P. Assmann)


Nie wieder Krieg - dafür steht die Installation von Ziva Kronzon. Und ihre Botschaft braucht viel Platz. Über hundert Hemdsärmel ragen anklagend in die Luft - ein Wald aus Stümpfen. Die Künstlerin, in Israel geboren, lebt heute in New York.Als erste Ausstellung im Pavillon zeigen wir eine Rauminstallation von Ziva Kronzon, einer israelischen Künstlerin, wohnhaft in NY. Es handelt sich um eine Unzahl (ça 200) rot eingefärbter Hemden, wobei jeweils der rechte Ärmel senkrecht in die Höhe ragt. Diese Hemden füllen den Boden des Pavillons aus, sodaß die Installation nur durch die Fenster von außen besichtigt werden kann. Eine expressive und sehr beeindruckende Installation.