konzerte

MUSIK ZUR KARWOCHE
2000

PALMSONNTAG, 16.4.2000
IM PAVILLON, 16.00 UHR
qWIENtett
W. Lindenthal, T. Machtinger, A. Neubauer, R. Zmölnig, B. Dinkhauser.

Jean FRANÇAIX (1912 – 1997): Quintett für Bläser (1948)

Jean FRANÇAIX (1912 – 1997): Quintett für Bläser (1948)
die Beliebtheit seiner Musik erklärt sich aus ihren gewinnenden, verführerischen Eigenschaften: sie ist in Satz und Klang sehr gegenwartsnah, zeigt aber nirgends Spuren jener Sprödigkeit, die für viele Hörer ein oft schwer überwindbares Hindernis bildet, der zeitgenössischen Musik Geschmack abzugewinnen; zum andern überwiegen in ihr die heiteren, hellen Wesenselemente wie sonst selten in der neuen Musik. Seine Kunst besitzt die Tugenden französischer Musik: Anmut und Klarheit.

GRÜNDONNERSTAG, 20.4.2000
IM PAVILLON, 18.30 UHR
ALEXANDER NEUBAUER, KLARINETTE
Luciano BERIO (1925): Sequenza IXa (1980)

Sequenza IXa ist im Grunde eine lange Melodie und schließt Redundanz (Überfrachtung), Symmetrien, Umformungen und Wiederkehr ein. Sie entfaltet einen fortwährenden Wechsel und eine stetige Transformation zwischen zwei Ebenen unterschiedlicher Höhe: einer von 7 Noten, die fast durchwegs unbeweglich auf derselben Tonhöhe verweilen, und einer anderen von 5 Noten, die sich durch große Beweglichkeit auszeichnen. Der Titel “Sequenzen” besagt, daß die Anlage der Stücke fast immer von einer Folge harmonischer Felder ihren Ausgang nimmt, aus denen mit einem Höchstmaß an Charakteristik auch die anderen musikalischen Funktionen hervorgehen...Dabei soll, v.a. beim Einsatz der einstimmigen Instrumente, ein Eindruck “polyphonen” Hörens entstehen, der teilweise auf dem raschen Wechsel unterschiedlicher Charaktere und ihrem gleichzeitigen Zusammenspiel beruht. L.Berio

KARFREITAG, 21.4.2000
IM PAVILLON, 18.30 UHR
TOBIAS STOSIEK, VIOLONCELLO
Peter SCULTHORPE (1929): Requiem für ‚Cello alone‘ (1979)

Der australische Komponist Sculthorpe hat sich hier stark von Traditionen angezogen gefühlt. Das zeigt u.a. der Einsatz der Gregorianik als Grundlage für seine Totenmesse für Cello solo. Das sechssätzige Werk (Introitus, Kyrie, Qui Mariam, Lacrimosa, Libera me und Lux aeterna) ist äußerst lyrisch und vorwiegend introvertiert. Der reiche harmonische Ansatz (man beachte u.a. die erniedrigte, auf Bes umgestimmte C-Saite) erinnert an die Musik von Britten, jedenfalls an die englische Tradition, die Sculthorpe während seines Studiums bei Rubbra und Wellesz in England sicher studiert hat. Die Stille dieser Komposition wurzelt dagegen eher in der ursprünglichen australischen Musik, die Sculthorpe in seinen vielen Partituren oft aufgegriffen hat.

KARSAMSTAG, 22.4.2000
IM PAVILLON, 18.30 UHR
STEFAN NEUBAUER, KLARINETTE
Oskar Gottlieb BLARR (1934): Threnos I (1975/82)

...Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lamma sabacthani? Das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Matth.27, 45 u. 46; Psalm 22,2)


Michael DENHOFF (1955): Morgenlied (1981)

... Morgenlied... Musik der Läuterung und Hoffnung
... es ist wie das erste Hören von Tönen, Klängen nach beklemmender Stille, wo die ersten Sonnenstrahlen nach einer unendlich langen Nacht wie das Wachsen einer zarten Blume in irreal toter Landschaft ... (M. Dönhoff)