konzerte

MUSIK ZU OSTERN
2001

GRÜNDONNERSTAG, 12.4.2001
IM PAVILLON, 18.30 UHR

ELISABETH RAGL
, VIOLONCELLO
MIMIdanztTHEATER
, TANZ
AGNES DINKHAUSER
THERESA DINKHAUSER
JUDITH SCHACHINGER

ANGELA FLAM
, CHOREOGRAPHIE
J.S.BACH
Suite Nr. 5, c-moll, BWV 1011

Mimi im kosmischen Fluß danzt Theater in 3 hoch 2 Abgründen.
- der kosmische Fluss ist ein magischer Kreis; ein organisiertes Ringelspiel, das um um den Baum der Erkenntnis kreist.
- der kosmische Fluss ist die Strömung unserer Zeit. Sind sie schon in der richtigen Schwingung?
- der kosmische Fluss ist ein Massentripp für Suchsüchtige und Wissensdurstige. Wer (die Wahrheit um jeden Preis) ergründen will, wird bald als VerführteR und Verführer in einer Person als Frucht am Baum der Erkenntnis hängen
Anleitung für Hobbytaucher:
Verschränken Sie Ihre Beine, öffnen Sie Ihre Chakren und folgen sie Ihrem Jupiter, wir bringen Sie in die richtige Schwingung. Alles ist im Fluß....
in welchem? (A. Flam
)

KARFREITAG, 13.4.2001
IM PAVILLON, 18.30 UHR

ISABELLA HAWLISCH, VIOLA
J.S.BACH Suite Nr. 1, G-Dur, BWV 1007

 

KARSAMSTAG, 14.4.2001
IM PAVILLON, 18.30 UHR

TOBIAS STOSIEK, VIOLONCELLO
Cristóbal HALFFTER "Klagelied eines verwundeten Vogels", für Violoncello solo

Als ich den Auftrag bekam, ein Stück für diesen Wettbewerb (1. internat. Pablo Casals Wettbewerb) zu schreiben, waren der Auftraggeber und ich uns einig, dass das Stück irgend einen Bezug zu Pablo Casals haben sollte. Sofort kamen wir auf die Idee, das spanische Volkslied aus der Region Catalonien El Cant dels Ocells, das Pablo Casals viele Male spielte, zu verwenden. Pablo Casals machte aus dieser Melodie eine Art Klage, in der ein ganzes Volk - Catalanen und Spanier - seine schwere Last zum Ausdruck bringen sollte. Die Vögel sangen zusammen ein trauriges Lied.
Heute hat sich die Lage unseres Landes - Spanien und Catalonien - gewandelt, und unsere Leute brauchen nicht mehr gemeinsam zu klagen. Doch den Vogel, den einzelnen Vogel verwunden wir weiterhin. Das Individuum als selbstständiges Wesen leidet heute unter einem anderen Druck, der viel stärker ist als jede Diktatur. Und dies nicht nur in unseren südeuropäischen Ländern: Das Fehlen von Idealen frei von jeder ökonomischen Komponente, die Banalität, der Druck der Medien auf die Masse und der Druck der Masse auf das Individuum, das nicht mit der Herde laufen, sondern seinen eigenen Weg gehen will ... das alles kommt für mich zum Ausdruck, wenn dieser verwundete Vogel singt und sich dabei einer alten Melodie bedient.
Das Stück ist schwierig, technisch und musikalisch, ebenso schwer wie der "Kampf" den wir, wie ein neuer Don Quichote, gegen die Umstände unserer Gesellschaft zu führen haben. Schwer aber nicht unmöglich zu meistern. Das bedeutet Hoffnung.
Christóbal HalffterDieses Wettbewerbsstück erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern befördert auch Cello-Technik. Halfter kombiniert im weiten rhythmischen, klanglichen Spektrum die verschiedensten traditionellen und avantgardistischen Spielarten. Dem leitmotivischen, ‘hysterischen‘ Tremolo-Flattern des gefangenen Vogels entringen sich drei emphatische Klage-Kantilenen. Der Interpret muß blitzschnell umschalten, muß einkomponierte Pausen mit Spannung füllen. „Denn Stille ist nicht die Antimaterie des Klangs, Stille ist kein Nichts, sondern eine Kraft von unglaublicher Dramatik, die vom Interpreten mit Energie aufzuladen ist“.
In den Wochen, die den Cellisten zum Erlernen zur Verfügung standen, hatten sie sich mit der geistigen Welt des Vogels auseinander zu setzen, einer Gegenwelt zur flachen Geschäftigkeit. „Der Mensch wird immer gewinnen, der Vogel muß weiterfliegen.“
Ellen Kohlhaas, FAZ 10.07.2000

OSTERSONNTAG, 15.4.2001
IM PAVILLON, 11.30 UHR

ELISABETH RAGL, VIOLONCELLO
J.S.BACH
Suite Nr. 6, D-Dur, BWV 1012

Die Suiten für Cello solo dürften um 1720 in Köthen entstanden sein;
ungefähr zur gleichen Zeit wurde der Pavillon errichtet.
Wie bei den etwa zeitgleich entstandenen Violinsuiten und -Partiten schuf Bach auch hier grundlegend Neues, ja Revolutionäres, und zwar auf eine so maßstabsetzende Weise, dass ihm kaum ein späterer Komponist in dieser Gattung zu folgen wagte oder folgen konnte (von ganz wenigen Ausnahmen wie Kodaly abgesehen).
Das künstlerische Prinzip ist das gleiche wie bei den Sonaten u. Partiten für Violine: radikaler Verzicht auf jedes Generalbassfundament, dafür sowohl versteckte wie echte Mehrstimmigkeit auf einem einzelnen Saiteninstrument; gegenüber der Geige bietet das Cello den Vorteil der eigenen Basslage bei dennoch beträchtlichem Höhenumfang.
Obwohl vermutlich ursprünglich zu Lehr- und Lernzwecken als Studienwerke entstanden, gehören die 6 Cellosuiten heute sozusagen als ‘Pflichtstücke’ ins Repertoire aller bedeutenden Solisten dieses Instruments.
Im Gegensatz zu den Violinsuiten und -Partiten weisen die Cellosuiten alle die gleiche Form auf: Nach einem einleitenden ‘Prelude’ folgen jeweils die vier immer zweiteiligen ‘Standard’-Tanzsätze der barocken Suite: Allemande, Courante, Sarrabande und Gigue. Diese werden - zwischen Sarabande und Gigue - durch einen zusätzlichen Tanzsatz unterbrochen (Menuett in Suite 1 und 2, Bourree in 3 und 4, Gavotte in No 5 und 6). Diese Einschübe stellen sozusagen die etwas modischeren Tänze dar, in denen Spielfreude und tänzerische Bewegung dominieren, während die sie umgebenden Sätze einen höheren Grad an kunstvoller Stilisierung aufweisen.

 
 

SOMMERFRISCHE
2001

 

 

MONTAG, 9. JULI, ab 19 UHR
EIN STEIRISCHER ABEND BEI VERHACKERTEM, KERNÖL UND STEIRISCHEM BIER
DIE GESCHWISTER NEUBAUER spielen dazu Steirisches und Klassisches.
Kerstin
(Gitarre, internationale Preisträgerin in Savona, Italien),
Alexander (steirische Harmonika & als Klarinettist Mitglied der Wr. Symphoniker auf der Durchreise zu den Bregenzer Festspielen) und
Daniel
(hölzernes Glachter, Xylophon & als Trompeter Substitut im Grazer Opernorchester)